Pierre-Laurent Aimard Pierre-Laurent Aimard Pierre-Laurent Aimard © Marco Borggreve
Mi, 23.5.2018

19:30 Uhr
Elbphilharmonie Hamburg Kleiner Saal Tickets € 9.00 | 15.00 | 22.00 | 31.00 Weitere Informationen zum Ticketkauf

Stockhausen Klavierstücke / Aimard / Stefanovich / Stroppa

Schon früh kam der französische Pianist Pierre-Laurent Aimard mit der Musik von Karlheinz Stockhausen in Berührung und wurde ein Wegbegleiter des Komponisten. Vor wenigen Jahren präsentierte er die Klavierstücke I-XI erstmals in einem größeren  Zusammenhang. Einmal mehr erwies sich Aimard darin als bedeutendster pianistischer Mittler Neuer Musik.

Stockhausens Stücke sind Meilensteine in der Klaviermusik der Avantgarde, entstanden überwiegend in den 1950er-Jahren. Aus jedem dieser Stücke spricht der Wunsch, Klänge und Ausdrucksdimensionen neu zu definieren.

»Mantra« ist ein frühes Werk des genialen Pioniers Stockhausen und Experiment mit elektronischen Klängen, geschrieben für zwei Klaviere und Ringmodulatoren. An Aimards Seite tritt hier seine ehemalige Schülerin Tamara Stefanovich, ihrerseits eine herausragende Stockhausen-Interpretin. Gemeinsam stellen sie unter Beweis, dass ein so streng konstruiertes Werk weder kalt noch unpersönlich sondern durch und durch klangsinnlich ist: »Alles, was er konzipiert hat, war menschlich gefühlt«, sagt Aimard über Stockhausen.

Karlheinz Stockhausen war ein großer Utopist, deswegen ist ihm beim Musikfest ein eigener, umfangreicher Schwerpunkt gewidmet. Als Leiter des Studios für elektronische Musik beim WDR erschuf er mit Frühformen des Synthesizers einen ganzen Kosmos bisher ungeahnter Klänge und stieß damit in neue Dimensionen der Musik vor. Seine Werke atmen den Rhythmus der Sterne und verlieren sich im Spiralnebel der Unendlichkeit.

»Wenn unser Verstand sich extrem anstrengt und an die Grenze dessen kommt, was analysierbar und beschreibbar ist, beginnt die Mystik. Dort ist für mich als Musiker meine Heimat. Da will ich hin.«

Am Ende behauptete der exzentrische Esoteriker, selbst vom Planeten Sirius zu stammen. Nichtsdestotrotz ist er der wichtigste und berühmteste deutsche Komponist der Nachkriegszeit und beeinflusste Musiker wie die Beatles, Björk, Brian Eno, Pink Floyd, Amon Düül, Aphex Twin, Kraftwerk und Frank Zappa. Stockhausen war überzeugt von einer höheren Stufe der menschlichen Existenz – und dass Musik der Schlüssel dazu sei. Auf diesem Pfad lohnt es sich, ihm zu folgen. Die Utopie der Musik klingt weiter.

Künstler

Pierre-Laurent Aimard Klavier

Tamara Stefanovich Klavier

Marco Stroppa Klangregie

Programm

Karlheinz Stockhausen
Klavierstücke I-XI

- Pause -

Karlheinz Stockhausen
Mantra

Veranstalter

HamburgMusik gGmbH