Das Festival

Die fünfte Ausgabe des Internationalen Musikfests Hamburg bietet als glanzvoller Abschluss der Hamburger Konzertsaison wieder ein dicht gebündeltes Musikprogramm, das gleichermaßen von den Hamburger Orchestern wie von Gästen aus aller Welt bestritten wird. Unter dem Motto »Glauben« spannt sich ein Bogen von der mittelalterlichen Motette über die große Meisterwerke der geistlichen Musik bis hin zu zeitgenössischen Werken und spannenden Musiktheaterproduktionen.

Das Programm

Hochrangige Gäste wie Sir John Eliot Gardiner mit seinem Monteverdi ChoirRiccardo Chailly und die Filarmonica della Scala, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Yannick Nézet-Séguin, die St. Petersburger Philharmoniker, der walisische Bassbariton Bryn Terfel und zahlreiche weitere internationale Solisten bieten bedeutende Bekenntniswerke quer durch die Musikgeschichte. Drei von Kent Nagano geleitete Aufführungen von »St. François d’Assise«, der einzigen Oper von Olivier Messiaen sowie zwei Aufführungen von Gustav Mahlers 8. – der Sinfonie der Tausend – unter Daniel Harding bilden das Herzstück des Musikfests. Das NDR Elbphilharmonie Orchester bestreitet mit seinem Chefdirigenten Alan Gilbert das Eröffnungskonzert sowie zwei Aufführungen von Mahlers 9. Sinfonie. Mozarts c-Moll Messe (Dirigent Herbert Blomstedt) steht ebenso auf dem Programm wie Bachs Johannes-Passion in einer Kammerversion für einen einzigen Sänger. Der phantastische Chor des schwedischen Rundfunks ist in einem Konzert mit Werken von Arvo Pärt und Alfred Schnittke zu erleben. Claude Viviers »Glaubst du an die Unsterblichkeit der Seele« bildet den Rahmen für eine spannende musikalische Inszenierung des kanadischen Ensemble Soundstreams. »The Lichtenberg Figures« lautet der Titel eines spannenden Kammermusikabends mit dem Ictus Ensemble, den Neue-Musik-Spezialisten aus Belgien.

Sofia Gubaidulina

Den Komponisten-Schwerpunkt widmet das Musikfest diesmal Sofia Gubaidulina (*1931), der international gefeierten, tief religiösen russischen Komponistin, die sich 1992 vor den Toren der Stadt Hamburg in Appen niederließ. Bereits beim Eröffnungskonzert erklingt mit »Der Reiter auf dem weißen Pferd« für großes Orchester und Orgel ein hochdramatisches Werk Gubaidulinas, das auf zehn Minuten komprimiert die Herabkunft Gottes auf die Erde und die Menschwerdung mit der Verklärung und Himmelfahrt Christi fusioniert. Das Ensemble Resonanz führt ihr »Introitus« genanntes Klavierkonzert auf und die Meditation über den Bach-Choral »Vor deinen Thron tret‘ ich hiermit«. Das sonic.art Saxophonquartett, das bereits vor elf Jahren in Hamburg die Uraufführung des Stücks aus der Taufe hob, kommt mit weiteren Solisten und Gubaidulinas »Verwandlung« in den Kleinen Saal der Elbphilharmonie. Das Symphonieorchester der Hochschule für Musik und Theater rückt Gubaidulinas Violinkonzert Nr. 2 »in tempus präsens« ins Zentrum seines Konzerts. In ihrem »Sonnengesang« bezieht sich die Komponistin explizit auch auf den heiligen Franz von Assisi. Das Werk wird vom NDR Chor in der Hauptkirche St. Katharinen zur Aufführung gebracht. Das erst vor wenigen Jahren uraufgeführte große Oratorium »Über Liebe und Hass« bildet zugleich den Höhepunkt und den Abschluss des Gubaidulina-Schwerpunkts.

Jazz & Weltmusik

Viele Menschen glauben noch immer, die Elbphilharmonie sei eh nur ein Musentempel für klassische Musik. Das Internationale Musikfest Hamburg bietet gleich fünffach Gelegenheit, sich im Kleinen Saal eines Besseren zu belehren.

Der kamerunische Singer-Songwriter Blick Bassy erinnert in seinem Programm »1958« an den Unabhängigkeitskämpfer Ruben Um Nyobé, der im titelgebenden Jahr von französischen Kolonialtruppen erschossen wurde, und reflektiert gleichzeitig über das Kamerun von heute. Begleitet wird er von drei Musikern an Trompete, Posaune, Cello und Keyboards.

In einer Solo-Performance bekennt sich der charismatische italienische Jazz-Pianist Stefano Bollani zu einem »guilty pleasure«, nämlich der Liebe zu Andrew Lloyd Webbers 70er-Jahre-Musical »Jesus Christ Superstar« – eine gewiss extrem unterhaltsame und virtuos vorgetragene Beichte. 

Fünf Hochkaräter des US-amerikanischen Jazz machen im Kleinen Saal Station: Dave Liebman (Tenor- und Sopransaxofon) und Randy Brecker (Trompete) kennen einander seit Urzeiten und haben beide auf ihre Weise den Jazz seit den 70er-Jahren mitgeprägt. In ihrem Quintett mit Marc Copland (Klavier), Drew Gress (Bass) und Joey Baron (Schlagzeug) unterrichten sie die Jazz-Fans über den aktuellen Stand ihres nach wie vor ungeheuer temporeichen altmeisterlichen Improvisierens.

Nach ihrem überragenden Debüt in der Reihe »Jazz Piano« in der Laeiszhalle im November 2018 kehrt die US-amerikanische Pianistin Myra Melford mit ihrer Band Snowy Egret nach Hamburg zurück. Zu ihrem Quintett zählt auch der fantastische Kornettist Ron Miles, der vergangenen Sommer im Quartett mit Joshua Redman das Publikum im Großen Saal zu Begeisterungsstürmen hinriss.
Gefördert durch die Kühne-Stiftung, die Stiftung Elbphilharmonie sowie den Förderkreis Internationales Musikfest Hamburg.

Die Broschüre zum Festival