Das Festival

Die vierte Ausgabe des Internationalen Musikfest Hamburg bot als glanzvoller Abschluss der Saison wieder ein dicht gebündeltes Musikprogramm. »Identität« lautet das Motto, dem sich das Festival in der Saison 2018/19 gewidmet hat. Ein vielschichtiges Thema, das das Musikprogramm in zahlreichen Facetten aufgreift. Bis heute ist der Begriff unter Denkern heiß umstritten.

Das Programm des Internationalen Musikfest Hamburg 2020 wird im November 2019 bekanntgegeben.

Die Highlights 2019

In guter Tradition präsentiert sich das Musikfest dabei als enger Schulterschluss der tragenden Kräfte des Hamburger Musiklebens. So steuert das Philharmonische Staatsorchester Hamburg unter Kent Nagano diesmal das Eröffnungskonzert mit György Ligetis Requiem und Gustav Mahlers Zweiter Sinfonie bei. Die aufwendigste Produktion, die Oper »Le Grand Macabre«, entsteht in enger Zusammenarbeit mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester und seinem designierten Chefdirigenten Alan Gilbert. Weitere Höhepunkte sind ein selten zu erlebender Klavierabend von Krystian Zimerman und die Staatskapelle Berlin unter ihrem Chefdirigenten Daniel Barenboim. Außerdem Brittens »War Requiem« gespielt vom Orchestre de Paris mit Christian Gerhaher unter Daniel Harding. Die Bamberger Symphoniker spielen Bedřich Smetanas »Má vlast« (Mein Vaterland), beim »Blues der Großstadt« stellen vier Ensembles Musik ihrer Heimat vor. Philipp Maintz’ neue Kammeroper »Thérèse« erklingt gleich viermal. Nicolas Stemann inszeniert Philippe Manourys »Lab.Oratorium«, erstklassig umgesetzt von François-Xavier Roth mit dem Gürzenich-Orchester Köln und dem Elbphilharmonie Projekt-Chor »Chor zur Welt«. Zum Abschluss gibt es ein Wiedersehen mit Barbara Hannigan: Das Ensemble Ludwig und die Capella Amsterdam bringen unter ihrer Leitung Igor Strawinskys Oper »The Rake’s Progress« im Großen Saal der Elbphilharmonie zur Aufführung.

György Ligeti

Ein besonderer Schwerpunkt ist György Ligeti gewidmet. Der Ungar zählt zu den einflussreichsten und wichtigsten Komponisten des 20. Jahrhunderts, er trug während seiner Zeit als Professor an der Hamburger Musikhochschule auch zur Identität Hamburgs als Musikstadt bei. In insgesamt zwölf Aufführungen sind neben »Le Grand Macabre« auch kammermusikalische Werke Ligetis zu hören: Pierre-Laurent Aimard spielt seine 18 »Études pour Piano«, Matthias Pintscher und sein Ensemble intercontemporain haben das Kammerkonzert für 13 Instrumente dabei, weitere Beiträge liefern Sharon Kam, das Arditti Quartet und Christian Tetzlaff mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester. Die Titularorganistin der Elbphilharmonie Iveta Apkalna widmet sich Ligetis seinerzeit verstörendem »Volumina«.

HALLO: Festspiele

Im Hamburger Osten, im Industrieviertel Hammerbrook, dort, wo die Bille in die Elbe mündet, steht das alte Kohlekraftwerk Bille. 1901 ans Netz gegangen, produziert es schon lange keinen Strom mehr und steht heute größtenteils leer. Seit 2015 arbeitet der HALLO: e.V. mit den jährlichen HALLO: Festspielen daran, die Räume mit Konzerten, Kunstinstallationen, Diskussionsrunden, Theater, Performance und Workshops für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Off-Kultur ist eine eminent wichtige kreative Kraftquelle für die Identität jeder Stadt, weshalb es beim 4. Internationalen Musikfest Hamburg erstmals zu einer Kooperation mit dem Kraftwerk Bille und den »HALLO: Festspielen« kommt (23.5. – 1.6.). Sie liegt umso näher, als sich die HALLO: Festspiele dieses Mal in enger Abstimmung mit dem Musikfest ebenfalls dem Thema »Identität« widmen. Das Programm wird zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben.

Hyper! Sounds

Nein, Scooter werden nicht beim Internationalen Musikfest Hamburg auftreten. Trotzdem nimmt der Titel »Hyper! Sounds« unmittelbar Bezug auf den Hit »Hyper Hyper!« der Hamburger Techno-Band Scooter. Deren grundsätzlich sinnfreie Texte inspirierten den Hamburger Maler Albert Oehlen. Der auch mit Oehlens Oeuvre bestens vertraute Autor und Kunst-Kurator Max Dax hat Wechselwirkungen zwischen Musik und bildender Kunst, genauer: den Einfluss von Musik auf bildende Kunst nun zum Anlass für eine Ausstellung genommen, die im Frühjahr 2019 in den Deichtorhallen läuft und eine Vielzahl von musikalisch inspirierten künstlerischen Positionen vorstellt. Das ebenfalls von Max Dax kuratierte musikalische Begleitprogramm zur Ausstellung findet unter dem Dach des Musikfests Hamburg an drei Abenden im Kleinen Saal der Elbphilharmonie statt.

Die Festival-Broschüre

Gefördert durch die Kühne-Stiftung, die Stiftung Elbphilharmonie sowie den Förderkreis Internationales Musikfest Hamburg.