Das Festival

»Utopie« lautet das Motto des 3. Internationalen Musikfests Hamburg, das vom 27. April bis 30. Mai 2018 stattfindet. Nach den beiden als Biennale konzipierten Vorläufern 2014 und 2016 wechselt das Musikfest fortan in den Jahresrhythmus.

In seiner dritten Ausgabe präsentiert es in 62 Konzerten 41 unterschiedliche Programme. 20 davon werden von Musikern aus der Hansestadt gestaltet, 21 von Solisten, Ensembles und Orchestern aus Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien, Großbritannien und den USA.

Zu den Höhepunkten zählen etwa die Aufführung von Beethovens »Missa Solemnis« zur Eröffnung, ein zweitägiges Gastspiel der Mailänder Scala mit dem Verdi-Requiem, Konzerte mit dem Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Philadelphia Orchestra sowie dem Mahler Chamber Orchestra.

Karlheinz Stockhausen

Ein umfangreicher Schwerpunkt ist einem der wichtigsten Komponisten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gewidmet: Karlheinz Stockhausen. Zehn Jahre nach seinem Tod erklingen zahlreichen Werke aus den unterschiedlichen Schaffensperioden dieser schillernden Künstlerpersönlichkeit, deren Einfluss weit über die Klassik hinaus von den Beatles über Pink Floyd bis zu Kraftwerk, Björk und Aphex Twin reicht.

Aufführungsorte sind neben der Elbphilharmonie unter anderem das Mehr! Theater, Kampnagel, die Hauptkirche St. Katharinen und der resonanzraum St. Pauli.

Musiktheater

Die Bandbreite musiktheatralischer Aufführungen ist groß: Neben Bertolt Brechts und Kurt Weills »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« konzertant in der Laeiszhalle ist Salvatore Sciarrinos »Lohengrin« in einer Produktion der Salzburger Osterfestspiele zu erleben.

Außerdem steht die Uraufführung einer neuen »Frankenstein«-Oper des Hamburger Komponisten Jan Dvořák durch die Staatsoper Hamburg auf Kampnagel an. Die Musikhochschulen von Hamburg und Lübeck steuern Benjamin Brittens »The Rape of Lucretia« bei und aus Stockhausens Opus Magnum LICHT gelangt der Dritte Akt aus »Donnerstag« zur Aufführung.

Weltraumklänge und Filmmusik

Utopische Welten werden gerne und oft im Weltraum verortet. Eine weltweite Anhängerschaft begeistern George Lucas‘ »Star Wars«-Filme – was sicher auch an der Filmmusik von John Williams liegt. Sie bezieht sich direkt auf die »Planeten«-Suite von Gustav Holst, weshalb beide an einem Abend erklingen.

»Science Fiction« gab es aber auch schon im Stummfilm. Beim Musikfest präsentiert werden mit »Metropolis« und »Frau im Mond«, zwei absolute Klassiker des Filmpioniers Fritz Lang, jeweils mit neuer und live gespielter Begleitmusik.

Orgel-Marathon

Der britische Organist Kevin Bowyer hat sich mit dem Sorabji-Projekt einen gut achtstündigen Marathon an der Klais-Orgel im Großen Saal der Elbphilharmonie vorgenommen. Zur Deutschen Erstaufführung gelangt dabei die Orgelsinfonie Nr. 2 des britischen Exzentrikers Kaikhosru Shapurji Sorabji, geschrieben in den Jahren 1929-1932.

Hommage an David Bowie

Das Ensemble stargaze führt unter der Leitung von André de Ridder in der Elbphilharmonie David Bowies letztes zu Lebzeiten erschienenes Album Blackstar auf – Bowie starb zwei Tage nach der Veröffentlichung. Die erste Zeile des Albums, die die erschütterten Fans zu hören bekamen, lautet »Look up here, I’m in heaven«. Damit scheint Bowie die wohl kühnste private Utopie des Menschen einzulösen: Kontrolle zu haben nicht nur über das eigene Sterben, sondern über die Kommunikation mit der Nachwelt noch vom Jenseits aus.

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